Schönheit schließt den Schatten nicht aus.
Viele sagen mir, meine Bilder seien hell, farbenfroh, manchmal fast märchenhaft. Und tatsächlich – Farbe ist da. Intensiv, vielschichtig, manchmal fast leuchtend.
Aber für mich war Farbe nie ein Weg, schwierigeren Gefühlen zu entfliehen.
In meinen Arbeiten existieren Schönheit und Schatten nebeneinander. Sie kämpfen nicht gegeneinander. Sie versuchen nicht, sich gegenseitig auszuschließen. Sie koexistieren einfach.
Die Figuren, die ich male, sind oft ruhig. Sie stehen still, blicken irgendwohin knapp neben dich, als wären sie gleichzeitig anwesend und abwesend. Es gibt in ihnen keine plakative Dramatik, keine eindeutige Geschichte. Und doch bleibt darunter eine Spannung – subtil, unbenannt.
Ich plane das nicht als formalen Kunstgriff. Ich konstruiere keinen Kontrast zwischen Licht und Dunkel.
Es ist eher eine natürliche Art, die Wirklichkeit zu betrachten.
Denn die Welt ist nicht eindeutig. Freude kann neben Angst existieren. Ruhe neben Wachsamkeit. Nähe neben Einsamkeit. Diese Zustände schließen sich nicht aus – oft treten sie im selben Moment auf.
Farbe ist die erste Schicht, die ich aufbaue. Darunter lasse ich Raum für Stille, Spannung und Unausgesprochenes.
Reine Dekorativität interessiert mich nicht. Ebenso wenig plakatives Drama.
Am nächsten ist mir der Zustand des „Dazwischen“ – der Moment, in dem Schönheit den Schatten nicht entfernt, sondern ihm erlaubt, daneben zu existieren.
Vielleicht sind meine Bilder deshalb nie ganz heiter und nie ganz düster. Sie sind wie Gefühle, die sich schwer eindeutig benennen lassen.
Schönheit schließt den Schatten nicht aus. Und ich glaube, genau in diesem Raum dazwischen fühle ich mich am wahrhaftigsten.


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